Energieeffizienz steigern und den CO2-Ausstoß minimieren
Im Jahr 2012 wuchs der Industrieertrag des Fraunhofer IWS Dresden um über 30 % - ein Indikator für die positive wirtschaftliche Entwicklung, aber auch für das Vertrauen, welches dem IWS entgegengebracht wird. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnete die Arbeitsgruppe, die sich am IWS mit der Herstellung von Kohlenstoffschichten zur Minimierung von Reibverlusten befasst.


„Vor allem die wasserstofffreien Kohlenstoffschichten, auf die sich das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden spezialisiert hat, weisen eine extreme Verschleißbeständigkeit auf“, sagt Prof. Andreas Leson, Abteilungsleiter PVD- und Nanotechnologie am Fraunhofer IWS Dresden. „Zudem erreichen sie, insbesondere in Kombination mit angepassten Schmierstoffen, teilweise extrem niedrige Reibwerte. Diese Kombination ist vor allem für die Automobilindustrie interessant, da sich damit die Energieeffizienz steigern und der CO2-Ausstoß minimieren lässt. Die Einsatzmöglichkeiten gehen aber deutlich darüber hinaus. Praktisch überall, wo Reibung und damit Verschleiß auftritt, lassen sich diese Schichten einsetzen.“
Zur Abscheidung von wasserstofffreien Kohlenstoffschichten auf Werkzeugen und Bauteilen hat das Fraunhofer IWS Dresden ein neuartiges Laser-Arc-Modul (LAM) entwickelt. Im Jahr 2012 wurden zwei LAM 500-Systeme an Industriekunden überführt. Ein System wird zukünftig zur In-house-Beschichtung von Komponenten mit besonders dicken ta-C-Schichten eingesetzt. Das zweite System enthält zusätzlich einen Plasmafilter und kommt in der Lohnbeschichtung für hochwertige Werkzeuge und Komponenten zum Einsatz.
Die erfolgreiche Überführung der Technologie in die industrielle Praxis wurde von Grundlagen- und angewandter Forschung im Rahmen des vom Land Sachsen und der Fraunhofer-Gesellschaft geförderten Dresdner Innovationszentrum Energieeffizienz DIZEEFF flankiert. Das DIZEEFF ist eine themenspezifische Weiterentwicklung der erfolgreichen Kooperation zwischen der Technischen Universität Dresden und der Fraunhofer-Gesellschaft.
Das DIZEEFF ist wissenschaftlich und wirtschaftlich ein voller Erfolg. Für das Fraunhofer IWS und seine Partner an der TU Dresden bilden insbesondere die Arbeiten zu reibungsmindernden Schichten, zur Herstellung von Reaktiv-multischichten und deren Anwendung beim Fügen schwer schweißbarer Bauteile sowie die Untersuchungen zum Mikro- und Nanostrukturieren für Anwendungen im Bereich der organischen Photovoltaik die Basis für die zusätzliche Akquisition von Drittmitteln. Vom 8.4. - 12.4.2013 präsentieren die Forscher ihre Projektergebnisse auf der Hannover Messe Industrie (Halle 2, Stand A38).
Energieumwandlung, Energiespeicherung und effizienter Energieeinsatz sind auch Themen der nächsten Konferenz »Zukunft Energie«. Sie findet am 28. und 29. Mai 2013 in Dresden statt (siehe www.zukunftenergie-dresden.de). In 8 Sessions mit insgesamt 30 Vorträgen sowie einer begleitenden Fachausstellung besteht die Möglichkeit der Information und des wissen-schaftlichen Austausches.