Sachsen erfolgreich bei Messe „nanotech“ in Tokio - sieben Forschungsinstitute und sieben Firmen zeigten Innovationen

Presseinformation (Nr. I) /

Die Forschungskompetenz der sächsischen Nanotechnologieexperten überzeugt auch in diesem Jahr wieder die Japaner. Sechs Fraunhofer-Institute, die TU Dresden, die TU Chemnitz, das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf sowie sieben Unternehmen präsentieren sich derzeit vom 17. bis 19. Februar 2010 auf einem Gemeinschaftsstand zur führenden Nanotechnologie-Messe „nanotech" in Japan, organisiert von der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH und der Landeshauptstadt Dresden zusammen mit dem Nanotechnologie-Kompetenzzentrum "Ultradünne Funktionale Schichten".

Messestand der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH auf der Nanotech Tokio 2010
© Fraunhofer IWS Dresden
Messestand der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH auf der Nanotech Tokio 2010
Dr. Andreas Leson während seines Vortrages über diamantähnliche Kohlenstoffschichten auf dem sächsischen Seminar am ersten Messetag
© Fraunhofer IWS Dresden
Dr. Andreas Leson während seines Vortrages über diamantähnliche Kohlenstoffschichten auf dem sächsischen Seminar am ersten Messetag
Mehrere sächsische Unternehmen präsentieren sich auf dem Stand des Nanotechnologie-Kompetenzzentrums "Ultradünne funktionale Schichten".
© Fraunhofer IWS Dresden
Mehrere sächsische Unternehmen präsentieren sich auf dem Stand des Nanotechnologie-Kompetenzzentrums "Ultradünne funktionale Schichten".

Zum traditionellen sächsischen Workshop am Mittwoch, dem 17.02.2010, auf der Messe konnte ein neuer Besucher-Rekord verzeichnet werden. Nach 100 Besuchern in den Vorjahren, verfolgten in diesem Jahr sogar 162 interessierte Zuhörer die Vorträge von Prof. Karl Leo (TU Dresden) zu organischen Solarzellen, Prof. Thomas Gessner (Fraunhofer ENAS Chemnitz) zu Nano-Mikrosystemen in der Elektronik, Dr. Andreas Leson (Fraunhofer IWS Dresden) zu diamantähnlichen Kohlenstoffschichten u. a. Die intensiven Vorarbeiten und inzwischen gewachsenen Kontakte zu den japanischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen tragen damit Früchte.

Die Messe verzeichnet auch 2010 wieder rund 50.000 Besucher. Mit mehr als 500 Ausstellern, davon rund 40% aus dem Ausland, ist sie der größte und bedeutendste Branchentreff für Nanotechnologie weltweit. Deutschland präsentiert sich dabei als grösster ausländischer Aussteller. Sachsen ist zum vierten Mal dabei.

Parallel stellen die sächsischen Experten auf weiteren parallel laufenden Fachforen ihr Know-how vor. So war die Dresdner Dreebit GmbH zu einem Vortrag an die Tokyo University eingeladen. Die Spezialisten für Ionenstrahltechnologie präsentierten ihre Entwicklungen im Ionenquellenbereich – eine sehr kompakte Plattform, die auf jedem Tisch Platz findet und bei Raumtemperatur arbeitet – zum Vergleich: das japanische Gerät ist ca. 4 m hoch und benötigt zur Kühlung täglich bis zu 100 Liter flüssiges Helium.

Klaus-Dieter Steinborn, Geschäftsführer VTD Vakuumtechnik Dresden, zieht Zwischenbilanz: „Die Gespräche mit Kunden haben gezeigt, dass die Konjunktur in Japan wieder deutlich anzieht.“ Das Dresdner Unternehmen mit mehr als 70 Mitarbeitern präsentiert seine Beschichtungsanlagen für diamantähnliche Kohlenstoff-Schichten auf der Messe. Dank der Beschichtungen vermindert sich die Reibung der Materialoberflächen, was massive Energieeinsparungen ermöglicht. Anwendungen sind z. B. im Antriebsstrang von Automobilen gegeben. Ebenso erhöht sich die Verschleißfestigkeit von Werkzeugbeschichtungen, dies ermöglicht einen längeren Einsatz und Kostensenkung in der Produktion.

Dr. Johannes Raff vom Forschungszentrum Dresden präsentiert sich im Rahmen der Messe und auf einer Konferenz zur Grünen nachhaltigen Nanotechnologie. „Neben den konventionellen Verfahren zur Nanotechnologie zeigt sich ein großes Interesse an alternativen biobasierten Verfahren, um technische Oberflächen für die Wasserbehandlung zu funktionalisieren. Damit werden Metalle wie beispielsweise Arsen, Uran aus Abwässern entfernt oder wertvolle Rohstoffe wie Platin und Palladium zurückgewonnen. Ein großes Problem für Wasserversorger stellen auch  Arzneimittelrückstände dar, die in nicht zu unterschätzender Menge Trinkwasser kontaminieren können. Die im FZD entwickelten Schichten eignen sich zur Entwicklung von Sensoren, die eine solche schädliche Belastung von Trinkwasser anzeigen“, so Raff. „Ich habe viele neue Kontakte aus Forschung und Entwicklung gewonnen, die auch sehr konkret waren. Kurzfristig der Austausch von Material und langfristig der Austausch von Wissenschaftlern vereinbart. Alles in allem war die Messe für uns sehr erfolgreich.“

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Landeshauptstadt Dresden
Amt für Wirtschaftsförderung
Sabine Lettau-Tischel
Telefon: 0351 / 488-2729
E-Mail: slettau-tischel@dresden.de

Nanotechnologie-Kompetenzzentrum „Ultradünne funktionale Schichten“
c/o. Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden
Dr. Ralf Jäckel
Telefon: +49 351 / 83391-3444
E-Mail: ralf.jaeckel@iws.fraunhofer.de